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Letzte Spur

Ich blicke nachts auf eure Stadt,
Seh' die vielen Lichter scheinen -
Sie ruh'n fraglos, kalt und matt,
Niemand hört die Bäume weinen.
Dichte Wälder weichen Schloten,
Dichter Smog erstickt die Luft,
Säureregen, Elendsboten
Krächzen hustend aus der Gruft.

Aus der Ferne stechen Schnitte,
In der Nähe schwingt das Beil,
Nimmt in aller Straßen Mitte
Den Händedruck und jeglich' Heil.
..Waffen, die schnell Menschen zücken,
Die sie selber ihrer Art
In das Herz und in den Rücken
Fleischen, sind stets Gegenwart.

Volle Städte, leere Hüllen,
Des Gedanken Frucht negiert,
Rote Blicke ohne Willen,
Euer Werk Vernichtung wird.
Zukunft weicht dem falschen Streben,
Macht und Gier vergessen Erben,
Stehlen boshaft alles Leben,
Letzte Lichter frieren, sterben.

Zerstörung als Errungenschaft,
Größte Tat der Hochkultur?
Suizid des Geistes Kraft...
Ein Kehlenschnitt die letzte Spur...
Die die Menschheit hinterlässt -
An der Art, die sie betrog.
Zündet noch als Totenfest
Nuklearen, schwarzen Sog.

Ist das das Aus?
Ist es vorbei?
Ist das das Ende?
Folgt noch die Wende?

  

V06.09.22

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